Ehre, wem Ehre gebührt!

Bürgermeister Wolfram Göll und Innenminister Herrmann sprechen den Ehrenamtlichen höchsten Respekt aus

Es war Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein persönliches Anliegen, den rund 150 Gästen, ehrenamtlich Tätigen und den Angehörigen der „Blaulicht-Familie“, im Kammersteiner Bürgerhaus seine Anerkennung zu erweisen. „Sie sind Vorbilder und sichern den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, rief er ihnen zu. „Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“, sagte der Innenminister in Richtung der Ehrenamtlichen. „Ich bin gerne gekommen, um Ihnen für Ihr Engagement zu danken“, fügte Herrmann hinzu.

Großes Lob zollte auch der Kammersteiner Erste Bürgermeister Wolfram Göll den Rettungskräfte und allen anderen ehrenamtlich Tätigen: „Sie, die Ehrenamtlich Tätigen, füllen unsere Gemeinde mit Sinn und Leben. Eine Gemeinde – wenn sie auch noch so gut verwaltet wäre – wäre traurig, öde und geradezu tot ohne das Ehrenamt!“

Insbesondere die Feuerwehren, Rettungskräfte wie Johanniter und Polizei nahm Bürgermeister Wolfram Göll in den Blick: „Sie setzen Ihr Leben und Ihre Gesundheit ein, um Leben und Gesundheit der Mitmenschen zu retten. Das ist der höchste Dienst, den man sich überhaupt vorstellen kann! Auch im Sinne christlicher Nächstenliebe.“ Die Gemeinde Kammerstein tue, was sie könne, um etwa die Feuerwehren zu stärken: „Allein in den letzten sechs Jahren haben wir mehr als eine Million Euro in die Feuerwehren investiert – von drei neuen Fahrzeugen über Persönliche Schutzausrüstung für alle Aktiven bis hin zu neuen Sirenen“, betonte der Kammersteiner Bürgermeister Wolfram Göll.

Neben den Feuerwehren und Rettungskräften nahm Bürgermeister Wolfram Göll aber auch alle anderen ehrenamtlich Tätigen in den Blick und zählte Beispiele auf: „Die beiden Sportvereine, die sozial engagierten Vereine wie Diakonie und Bürgerstiftung, die Kultur-Vereine wie Gesangverein, Blasmusik und Theatergruppe, die Brauchtumsvereine wie Kärwaboum und Maifestfreunde, aber auch sehr spezielle Vereine wie die Friedhofsgemeinschaft oder die Schlepperfreunde sowie auch stark engagierte lose Zusammenschlüsse wie die Lebensmittelretter: Sie alle leisten einen unverzichtbaren Beitrag dafür, dass unser Leben in der Gemeinde reich und lebenswert ist!“

Innenminister Joachim Herrmann betonte in seiner etwa halbstündigen Rede, dass der Einsatz der Ehrenamtlichen im Bereich der öffentlichen Sicherheit und des Vereinswesens einen wesentlichen Anteil am Funktionieren der bayerischen Gesellschaft habe. „Immerhin gibt es in den Hilfe- und Schutzorganisationen im Freistaat 420.000 ehrenamtliche Mitarbeiter und Einsatzkräfte“, rechnete Herrmann vor. „Egal, ob Hochwasser oder Terror, sie schützen uns unter Einsatz des eigenen Lebens“, würdigte der Innenminister ihre Arbeit. „Dafür brauchen sie die beste Ausstattung, und dafür wird der Freistaat auch in diesem Jahr mit erhöhten Mitteln sorgen“, kündigte Herrmann an.

Zugleich erklärte der Innenminister, wie notwendig es sei, sich wieder mehr anzustrengen, „um unseren Wohlstand zu erhalten“. Denn er sei ja nicht vom Himmel gefallen, sondern von Generationen bis heute mit großer Kraftanstrengung hart erarbeitet worden. „Und wir wollen an die nächste Generation ein gut bestelltes Land weitergeben, damit auch sie ein gutes Leben hat“, griff Herrmann ein politisches Ziel seiner Partei auf.

„Denn der Staat kann nur funktionieren und helfen, wenn er Geld durch Steuern einnimmt, sonst hat er kein Geld“, schilderte Herrmann die Zusammenhänge. In diesem Rahmen sprach er sich grundsätzlich gegen eine kritische Sicht auf Erfolg aus. „Wir sollten uns freuen, wenn Menschen erfolgreich sind und ihnen auf die Schulter klopfen“, sagte der Innenminister. Zugleich betonte er, „dass die soziale Gerechtigkeit für die Mehrheit in unserem Land wichtig ist, und deshalb wollen wir sie erhalten“.

Gleichzeitig brach Joachim Herrmann eine Lanze für die Demokratie. „Sie lassen wir uns von niemandem kaputt machen, weder von Rechts- oder Linksextremisten noch von Islamisten, denn es ist objektiv falsch, dass ein autokratisches System oder gar ein Diktator bessere Ergebnisse erbringen würde, denn weder der Mehrheit der Menschen in China noch in Russland geht es besser als uns“, war Herrmann überzeugt. „Deshalb ist es Ehrensache, am 8. März zur Kommunalwahl zu gehen“, richtet er einen Wahlappell an alle Gäste.

Außerdem traten der Landtagsabgeordnete Volker Bauer und CSU-Ortsvorsitzender Patrick Kreß ans Mikrophon. Bauer hob hervor, dass seit 2014 etwa eine Milliarde Euro aus München in die Ausstattung der bayerischen Freiwilligen Feuerwehr geflossen sei und betonte die Bedeutung eines lokalen Notfallkrankenhauses. „Was hilft es, wenn Rettungsdienste schnell eingreifen können, dann aber eine wohnortnahe Behandlung fehlt“, warnte Bauer vor dem Abbau kleiner Krankenhäuser.
Joachim Herrmann zeigte sich nicht nur als Unterstützer ehrenamtlicher Strukturen und profunder Kenner bayerischer Verhältnisse. Er trat an vielen Stellen auch recht heiter auf. So kommentierte er die Begrüßung durch die Kammersteiner Blasmusik mit gewisser Selbstironie. „Man kann der CSU nicht oft genug den Marsch blasen“, stellte er fest.

Robert Schmitt / wog

Lob und Anerkennung fürs Ehrenamt

Lob und Anerkennung fürs Ehrenamt (v.l.): Landtagsabgeordneter Volker Bauer, Innenminister Joachim Herrmann, Bürgermeister Wolfram Göll, Bundestagsabgeordneter Ralph Edelhäußer. (Foto: Robert Schmitt)

Kontakt

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Wilhelm-Dümmler-Straße 53
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CSU Kammerstein

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